Freitag, 2. Februar 2018

Was ich immer wieder gefragt wurde....

In meinem Blog kann man ja sehr viel über mich lesen. Aber über meinen Beruf halte ich mich sehr bedeckt.
 
Aber aus gegebenem Anlass ziehe ich diesen Post vor, der eigentlich noch warten sollte.
Auch auf diesem Weg möchte ich allen Followern danken, die mitbeten und die mit dran denken und mitfühlen.
 
Im April habe ich 20 Jähriges Staatsexamen als Krankenschwester. Das nehme ich mal zum Anlass euch ein bisschen darüber zu erzählen.
 

Vor ein paar Wochen erlebte ich zum ersten Mal eine sehr respektlose Followerin bei Instagram, die meinte als Bloggerin hätte ich ja den ganzen Tag Zeit zum sch.... Tja. Unwissenheit schützt vor Dummheit nicht. Ich bin seit Jahren Vollzeit Berufstätig. Mein Blog ist nur mein Hobby.

Und da sieht man mal was ich für mega tolle Follower habe, das war bis jetzt der einzige Böse Kommentar und Kontakt, den ich seit beginn meiner Blogzeit habe.


Für meine Kinder pausierte ich 7 Jahre in diesem Beruf. Bevor ich als Teilzeitkraft wieder einstieg. Ich bin seit über 10 Jahren in der mobilen Pflege tätig. Mein jüngster Patient war bis jetzt ein Frühchen mit 3 Monaten vor dem Termin und meine älteste Patientin 106 Jahre alt. Und alles was sich dazwischen bewegt und Zuhause irgendeine Art von medizinischer Hilfe braucht bekommt Besuch von mir.


Egal ob Tracheostomaversorgung, Portversorgung, Insulinspritzen, Medikamentenmanagement, Verbandswechsel aller Art, Pflege bei Tetra- und Paraplegie, Kompressionstherapie, Infussionstherapie, Verwöhnrunden in der Badewanne oder einfach zur Gesprächsbetreuung, Palliativbegleitung, sind nur ein kleiner Ausschnitt aus meinem Alltag. Ich komme in viele Häuser, schreibe Biographien und erlebe Schicksalsschläge, das alles geht nicht spurlos an einem vorüber.


Ich darf mir jetzt Zeit nehmen für Menschen, die oft niemand mehr haben, die Einsam sind, die ihre Gesundheit verloren haben, ihre Selbstständigkeit, ihr Gedächtnis, ihr Umfeld, ihren Partner oder Familienangehörigen. Ich begleite auf dem letzten Weg und das macht mich unendlich dankbar und glücklich. Für mich ist das eine Ehre an diesem Platz zu sein.

Seit 2011 arbeite ich wieder Vollzeit. Das war auch der Grund, warum ich meine Firma geschlossen habe. Ich war die Gründerin von Beadsdesign. Aber wie ich schon sagte, hasse ich Schreibtischarbeit trotz Sekretärin so sehr, das ich dafür sogar meinen Traum vom eigenen Geschäft an den Nagel hing.


Dafür habe ich jetzt Frei wenn ich Frei möchte, Urlaub wenn ich Urlaub möchte, Feierabend wenn ich heim komme. Einzig das frühe Aufstehen macht mir zu schaffen, weil das Whitegreyhome von 5 Nachteulen bewohnt wird und hier vor Mitternacht selten Ruhe herrscht.Viele Fragen sich, wie ich zeitlich alles unter einen Hut bekomme? Meine Arbeitszeit geht von Montags bis Freitags in der Regel von 6 bis halb 1. Ich arbeite 1 bis 2 Wochenenden im Monat und bekomme als Ausgleich dafür eine Woche frei. Das macht im Jahr ca. 12 Wochen mehr Urlaub zu den 6 Wochen die ja vorgeschrieben sind. Um trotzdem auf die volle Stunden Zahl zu kommen, gehe ich 6-8x im Monat noch Abends arbeiten. Außerdem muss ich an Fortbildungen, Teamsitzungen usw. teilnehmen. Das ist es dann.


Und diese viele Freizeit ermöglicht es mir den Blog, das Reisen und andere Hobbys ausführen zu können, trotz Vollzeit Arbeitsplatz.

Das ist auch der Grund warum ich mir keinen Arbeitsplatz vorstellen kann, bei dem ich bis 18.00 Uhr Abends arbeite und dann noch Haushalt, Kochen und Familie unter einen Hut bekommen muss.
Seit 20 Jahren bin ich es gewohnt den halben Tag daheim sein zu können. Den Nachmittag im Garten, Pool oder bei anderen Hobbys genießen zu können.


Seit 3 Jahren leite ich mit zwei anderen Kolleginnen eine Gruppe für Demenzerkrankte Patienten. Dort kann ich kreativ sein und mich austoben. Das ist der Moment bei dem ich am Schreibtisch sitze und Programme erarbeiten muss. Spiele, Backen, Gymnastik, Bastelarbeiten all diese tollen Dinge bereite ich dann vor, um Spaß mit den Besuchern und Mitarbeitern zu haben.


Und weil ich mich in meinem beruflichen Alltag von so vielen jungen (Krebs) Patienten verabschieden muss, da sie uns schon ein paar Schritte voraus gegangen sind, hab ich mir für das Jahr 2018 was besonderes überlegt.

Viele haben es auf Instagram und Facebook verfolgt und daher schreibe ich aktuell ein paar Zeilen dazu. Seit einer Woche falten wir weltweit die Hände für ein kleines Mädchen von Freunden, das in einen Bach gefallen war und von der Strömung mitgerissen wurde. Sie erlitt so schwere Verletzung und Sauerstoff Mangel das die Ärzte sie aufgegeben haben. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, heißt es morgen für die Familie und allen die ihnen nahen stehen Abschied zu nehmen.
Auch das ist Teils meines Lebens und ich möchte nicht einfach so weiter machen, als sei nichts gewesen. Denn wenn so etwas in deinem nahen Umfeld passiert, dann macht das auch was mit mir/dir. In diesem Blog kann man auf meiner About me Seite von meinem Glauben  an einen wundervollen Schöpfer lesen und darum ist es mit dem Tod nicht vorbei. Ich glaube das das erst der Anfang ist. Das wir hier auf Erden nur auf der Durchreise sind.


Auf Instagram hatte ich diesen Film und das Buch empfohlen. Ich habe mich erst die letzten 2 Monate damit beschäftigt und sie haben mich bewegt.

Zum Film: Vor Jahren verschwand Mackenzies jüngste Tochter von einem Tag auf den anderen. Ihre letzte Spur fand man in einer Schutzhütte im Wald - nicht weit vom Camping-Ort der Familie. Vier Jahre später, mitten in seiner tiefsten Trauer, erhält Mack eine rätselhafte Einladung in diese Hütte. Ihr Absender ist Gott. Trotz seiner Zweifel lässt Mack sich auf diese Einladung ein. Eine Reise ins Ungewisse beginnt. Und was er dort findet, wird seine Welt für immer verändern

Das Buch wurde von einem lieben Freund geschrieben, der seine Tochter durch einen Autounfall verloren hat. Es hilft mir zu verstehen, wie sich Eltern, Ehepartner, Geschwister und Angehörige damit fühlen und was ihnen in dieser Zeit gut tut und was ganz furchtbar für sie ist.



Schon vor diesem Unfall hatte ich etwas besonderes geplant für dieses Jahr, das mir sehr auf dem Herzen liegt.

Ich wünsche mir das wir wieder bewusster Leben, mehr Lieben, mehr dankbar sind und Vorbilder werden, denn nichts ist selbstverständlich. Unser Leben ist zu kurz, um es zu verschwenden.

Als ich diesen Post geschrieben habe, hatte ich keine Ahnung was die vor uns liegende Woche auf uns wartet. Darum ist er jetzt aktueller denn je und wird um 3 Wochen vorgezogen.

In ein paar Wochen werde ich mit euch eine neue Serie starten. Seid gespannt, denn ich brauche etwas Vorlaufzeit und Verarbeitungszeit.

Kommentare:

  1. Ich finde es schön, dass du von deinem Glauben schreibst und wie du zu deinem Beruf und den Menschen die damit verbunden sind, stehst. Es ist eine große Aufgabe der ich größten Respekt zolle. Das sich jemand böse über deine Freizeitgestaltung äußert ist sehr unsensibel und sicher ist die Person selbst sehr unzufrieden. Als ich dich hier entdeckt hatte, habe ich mich riesig gefreut jemanden gefunden zu haben der gläubig ist. Ich schrieb dir verschiedentlich - noch auf deiner alten Seite - und habe leider nie eine Antwort erhalten. Das fand ich sehr schade. Die neue Seite ist sehr professionell und erweckt vielleicht auch deshalb den Eindruck, du hättest viel Zeit dafür. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe für deine so wichtige Aufgabe und ein dankbares Herz dazu. Liebe Grüße von Sonja

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    1. Hallo Sonja! Vielen Dank für deine lieben Zeilen. Auf meiner About me Seite habe ich schon geschrieben, das mir oft die Zeit fehlt zu antworten. Das ich aber alles Lese und mich drüber freue. Wobei ich eben erst entdeckt habe, das es für Kommentare auch einen Spam Ordner gibt und ich gerade 4 Jahre alte Komentare entdeckt habe. Man bin ich blöd. Ich agiere zur Zeit stark auf Instagram. Da kannst du gerne mit mir chatten. Im Blog bin ich nicht so oft. Ich schreibe meine Artikel in meiner freien Woche vor und dann gehen sie automatisch online. Manchmal vergesse ich den Blog auch. Da ich mit dem Blog auch Geld verdiene muss ich eine gewisse Professionalität an Tag legen. Nutze für Nachrichten einfach meine anderen Plattformen. Lg Debby

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  2. Liebe Debby,
    gerade habe ich mich auf Instagram durchgelesen und erfahren, was Deinen Freunden passiert ist. Auch Deinen Post habe ich mit Interesse gelesen. Ich habe sehr viel Respekt und bewundere Deine Arbeit in der ambulanten Pflege. Ich selbst bin auch schon seit vielen Jahren Krankenschwester, arbeite aber in einem anderen Bereich. Ich finde, unser Beruf wird viel zu wenig geschätzt und annerkannt. Trotzdem könnte auch ich mir keinen anderen Beruf vorstellen. Gerade mit Kindern lässt sich die Arbeitszeit gut mit der Familie vereinbaren. Schön das Du etwas über Deine Arbeit mit uns teilst.
    Ich bin nicht gläubig, trotzdem gibt es Werte in meinem Leben nach denen ich lebe.
    Heute bin ich Gedanken bei Dir und Deinen Freunden und werde eine Kerze für Euch anzünden.
    Ganz liebe Grüße von Gabriele
    Auf Instagram nott.home

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  3. Liebe Debby, ich ziehe den Hut vor Deiner Arbeit und hoffe, dass dieses riesige Wunder eintritt und Deine Freunde vielleicht noch eine gewisse Zeit zusammen mit ihrer Tochter verbringen dürfen!Ich bin gespannt auf Dein Projekt und habe nebenher auch noch gevotet- in Gedanken bei den Schicksalen vieler Tragödien wünsche ich Dir ein paar lichte Wochenendmomente- herzlichst
    Susan

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  4. Hallo Sepp , dass ist der ein super Arbeitsplatz ��. Du hast mir es genau getroffen. Ich mache das auch sehr gerne für diese Menschen ���� lg Andrea

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  5. Sorry , Deppy natürlich

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  6. Liebe Debby, da kann man nur sagen: großen Respekt und wie toll, dass es Menschen wie dich gibt, denn deine Arbeit gehört sicher mit zu den schwersten... dafür muss man geboren sein. Schön, dass du so vielen Menschen helfen kannst, sie begleitest . . . und dazu dann deinen tollen Blog. Ganz liebe Grüße Dani

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  7. Liebe Debby,
    vielen Dank, dass Du uns einen so persönlichen Einblick in Dein Leben gibst. Grundsätzlich bewundere ich Menschen wie Dich, die es schaffen das Leid, die Sorgen und die Krankheiten anderer mittragen zu können. Dazu gehört sehr viel innere Stärke und eine tolle Familie im Hintergrund. Toll dass es Menschen wie Dich gibt!
    Liebe Grüße,
    Krümel

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