Dienstag, 23. August 2016

Wer eine Reise tut, hat was zu erzählen.

Wer Pleiten, Pech und Pannen nicht liebt, sollte den heutigen Text überspringen. Sonst keine langen Texte hier im Blog, wird dieser Post hier wohl den Rekord brechen.

Mein Mann bekam zu Weihnachten von seiner Firma einen Reisegutschein für gehobene Hotels geschenkt. Beim Buchen mussten wir feststellen, das mein Wunschhotel und/oder Wunschtermin schon ausgebucht waren. Also war dieses Hotel schon unsere 2. Wahl.


Als das Navi uns sagte, sie haben ihr Ziel erreicht, standen wir auf einer Brücke. Also riefen wir an, um nach der tatsächlichen Adresse zu fragen. Als wir dann kurz vor dem Abend Essen im Hotel ankamen wurden wir freundlich Empfangen.


Wir wurden beim Einchecken gefragt, was wir vom 8 Gänge Galamenü, das es Abends geben sollte an Extra Wünschen haben. Eine sehr gehobene Speisefolge wurde uns überreicht. Wir hatten mit dem Hotelgutschein einen Verzehrgutschein im Wert von 120€ erhalten. Also sahen wir uns die Karte an und fragten was denn das Menü kostet? 75€ pro Person. Wir überreichten den Verzehr Gutschein. Der aber dann nur 60€ pro Tag und nur für eine Person gültig war. Wir fragten nach der normalen Speisekarte, die gab es in dem Hotel nicht.


Da man bei Gutscheinheften oft einen Hacken hat und wir schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht hatten, wollten wir das auf dem Zimmer besprechen. Ohne meckern und Diskussionen wurden wir ins Zimmer begleitet.

Dort wartete die nächste Überraschung. Wir hatten ein 2 Bett Zimmer gebucht und bekamen eine 6 Personen Suite mit mehreren Räumen die pro Nacht 449€ kostete. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe, meine 3 Kinder alleine zu Hause gelassen zuhaben, obwohl alle anderen Betten bezogen auf Gäste warteten. Am liebsten wäre ich sofort wieder heimgefahren, um sie zu holen.

 
Ok, nun das Problem mit dem Gala Dinner. Wir beschlossen frisch in Italien angekommen, lieber zum Italiener zu gehen oder noch besser in den nächstbesten Supermarkt und uns für die Reisezeit mit Antipasti und anderen Köstlichkeiten einzudecken. Also schnell Gepäck abgestellt, um im Ort fünf vor 19.00 Uhr noch als letzte Kunden einzukaufen.
 
Auf dem Rückweg beschlossen wir den Abend in der gigantischen Wellnesslandschaft ausklingen zu lassen. Mir kam die Idee lieber mal zu fragen, wie lang denn diese offen hätte. Bis 19.30 Uhr .... ihr ahnt es..... das Desaster nahm seinen Lauf.


Also begaben wir uns zurück ins Zimmer um die leckeren italienischen Spezialitäten zu verköstigen.
Während wir aßen, schaute ich mir das Hotelprospekt und die beiliegenden Informationen an. Dort fand ich auch sehr schnell das Event des Abends.

Lange Nacht der Gärten im Traumtmannsdorf mit Beleuchtung, halbem Eintritt und Buffet. All you can eat für 11€ pro Person. Hier fragte ich das 1. mal nach der versteckten Kamera....


Gerade voll gefuttert, machten wir uns auf den Weg. Mitten in den Bergen hatte es geregnet und so bewappneten wir uns mit Regenschirm ins Trautmannsdorf. Wir waren überwältigt von der Schönheit des Parks und uns wurde schnell klar, das wir es auf alle Fälle nicht schaffen werden, alles heute Abend noch anzuschauen. Nachdem die Dunkelheit eingezogen war, verzogen wir uns ins Restaurant um mal einen Blick aufs Buffet zu werfen. Könnt ihr es euch denken?



Aufgrund des Regenschauers kurz vorher, waren sehr wenige Besucher im Park und das Buffet quoll nur so mit italischen Köstlichkeiten über. Ok, pappsatt bestellte ich mir dann doch noch einen großen Eisbecher und mein Mann ein Bier. Er legte den Schirm ab und vergaß ihn am Ende des Abends dort. Was wir leider erst daheim merkten.

Einen traumhaft schönen und milden Abend genossen wir in vollen Zügen. Nichts ahnend, das es am nächsten Tag noch besser kommen sollte.


Ein gigantisches Frühstücksbuffet ´(8 Honig und 10 Buttersorten) empfangen uns und wir fühlten uns wie Könige, bis uns das Personal fragte, was wir denn für Wünsche für das Galadinner hätten? Ein kurzer Blick auf die Menüfolge und wir beschlossen auswärts zu Essen. Sicherlich könnt ihr euch jetzt vorstellen, was für Blicke wir ab jetzt vom Personal ernten durften?

Wir beschlossen nach dem ausgiebigen Brunch wieder ins Trautmannsdorf zu fahren. Auf dem Weg zum Auto blieb mein Mann abrupt stehen. Stand doch noch ein Firmen Auto seines Kollegen neben unserem, als wir hinter uns schon das Lachen hörten. Da den Gutschein auch andere Mitarbeiter erhalten hatten, war die Chance einen Kollegen zu treffen auch größer.


Sofort sprach mich seine Frau an, ob wir mit dem Galadinner auch so ein Problem hatten? Ja hatten wir und mit dem Massage Gutschein? Welchem Massage Gutschein? Im Kleingedruckten des Hotelgutscheins wurde er erwähnt. Stellte sich aber als Druckfehler raus, wie das Hotel mitteilte. Gut, das wir das noch gar nicht bemerkt hatten.

Wie wir, hatten sie auch beschlossen auswärts zu Abend zu Essen. Mein Mann hatte eine Empfehlung für ein Restaurant in der Nähe erhalten und wir verabredeten uns Abends dort zum Essen.


Das Kollegenehepaar wollte auch gerade ins Trautmannsdorf. Sie wollten sich uns anhängen, was uns aber überhaupt nicht zusagte. Wir schafften es aber sie auf der Autobahn abzuhängen, da wir eine Abkürzung kannten. Als wir schon hoch oben im Garten waren, entdeckten wir sie wieder unter uns. Ausreichend Vorsprung um zu zweit den Tag genießen zu können.


Zu Mittag machten wir uns auf den Weg zurück ins Hotel und tauchten in eine traumhaft schöne Wellnesslandschaft ein. Das Hotel war ursprünglich im griechisch-mediterranen Stil erbaut. Aber durch eine Unterführung gelang man in den neuen Trakt und eine neue Welt.
Die Wellnesslandschaft ist wirklich zu empfehlen. Ein Traum um sich zu erholen. Wir hatten nichts zu bemängeln. Für Kinder gibt es abgetrennte Spaß- und Schwimmbäder. Sodas man völlige Ruhe hatte.


Nachmittags machten wir uns auf den Weg nach Bozen. Darüber habe ich hier ja schon berichtet.
Wir schafften es gerade so zur ausgemachten Zeit zum Restaurant auf der steilen Straßen mitten in den Bergen ganz oben, als uns das Ehepaar schon wieder entgegen kam. Ruhetag - am Samstag! Wo gibt es denn sowas? Versteckte Kamera? Das andere Ehepaar war Nachmittags wandern und fand dabei ein gut besuchtes Restaurant das leider voll mit Hexen hing. Sicherlich könnt ich euch vorstellen wie mir inzwischen zumute war. Unter ekligen Fratzen und eingestaubten Hexen zu Essen bedarf keine weiteren Kommentare.

Sicherlich kam das Ehepaar aus einer Karnevalshochburg. Sodas ihnen das nichts ausmachte oder sie es sogar noch schön fanden. Das Essen war gut, wurde aber zur Nebensache. Und ich versuchte schnellstmöglich wieder aus dem Restaurant zu kommen. Was bei anregenden Kollegengesprächen sehr schwierig war.


Am nächsten Morgen erwachte ich als chronischer Frühaufsteher vor 6 Uhr und beschloss den Wellnessbereich zu nutzen bevor der Ansturm losging. Im Hotelprospekt stand, das es ab 6 Uhr geöffnet hat und das Frühstück bis 11.30Uhr genutzt werden kann. Carpe Diem!

Als ich den Wellness für mich alleine hatte, entstanden diese Fotos. Ansonsten war es mir nicht möglich Fotos für euch zu machen. Da dieses Hotel riesig war und sehr viele Gäste dort verweilten.


Ich hatte meinem Mann einen Zettel auf dem Zimmer hinterlassen, um ihn nicht zu wecken. Aber ich musste nicht so lange warten wie gedacht. Und wir genossen das alles zu zweit, da die anderen Gäste am aus checken waren. Um 10.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück ins Zimmer um zu packen und zum Frühstück zu kommen. In aller Seelenruhe machten wir uns fertig und schlenderten um 10.30 Uhr zu einem völlig verlesenem Frühstücksbuffet mit genervtem Personal.

Wir füllten unsere Teller und setzten uns. Als uns eine Mitarbeiterin fragte, ob wir nochmal Nachschlag holen möchten? Sie würden das Buffet jetzt abräumen. Um 11.00 Uhr. Wir nochmal an den Resten die Teller gefüllt. Als ich mich umdrehte, um in das uns zugewiesene Restaurant zu gehen, befahl die Restaurant Chefin in einem Kommando Ton sofort das Buffet zu räumen in einer Lautstärke, das ich erschrak.


Wenigstens zog man uns nicht die Tischdecke unterm Geschirr weg. Aber es lag eine Hotelbewertung am Tisch, die man ausfüllen durfte und in die man bitte die Adressen seiner Freunde eintragen sollte, für die man dann wieder Gutscheine erhalten sollte, falls sie mal im Hotel Urlaub machen würden. Bestimmt auch wieder Verzehrgutscheine für das Gala Dinner.....

Mir reichte kaum der Platz aus um meinem Ärger Luft zu machen, wie man einen Gast nicht behandelt. Wir machen mehrmals im Jahr in gehobenen Sterne Hotels Reisen und schwärmen gerne von einem Hotel, wenn es uns dort gefallen hat. Da wir und das andere Ehepaaar uns aber derart 2. Klasse vorkamen und uns nicht wohlfühlten, werde ich das Hotel nicht namentlich nennen, aufgrund evt. rechtlicher Konsequenzen.


Wofür wir aber schwärmen können ist die gigantische Wellnesslandschaft, das Zimmer mit den Bettdecken, die zu Herzen gelegt wurden, bei einem Parkett auf dem man Sorge hatte zu laufen, für die Ausstattung im Zimmer, für die Ausstattung des Hotels, das riesige Angebot und Ausstattung für Kinder und Jugendliche, für die Auswahl an Restaurants und dem Frühstücksbuffet, wenn man denn rechtzeitig da ist, die Sauberkeit, für die zuvorkommende Behandlung als normal bezahlender Gast und für die moderne und geschmackvolle Ausstattung der Lobbys und Restaurants und das wir statt 2 Bettzimmer eine Suite in dieser Größe bekamen.


Das Hotelzimmer befand sich noch im alten Trakt und war mit typischen Tiroler Rustikalem Schick ausgestattet. Daher erspare ich euch weitere Bilder.
Im Hotelzimmer gab es unter anderem gefüllte Wanderrucksäcke. Von denen wir dann noch Gebrauch machten und einen der größten Wasserfälle Tirols besichtigten.

Für das Auschecken bekamen die Gäste ein Geschenk überreicht. Was ich sehen konnte, war ein frisches Brot aus der Region und erlesene Köstlichkeiten. Nur die Gutscheinkunden gingen leer aus.


Und was lernt man aus der Geschichte? Wer einen Gutschein nicht von Herzen verschenkt, soll es bleiben lassen.


Hier habt ihr mal einen kleinen Ausschnitt aus unserem Alltagsleben erleben dürfen. Es gab noch mehr, das aber alles zu erwähnen würde den Rahmen sprengen. Und die versteckte Kamera die suchte ich auch vergeblich. Aber wie sagt man so schön: einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul.


Gut das wir unterwegs nur Ziegen fanden, die nicht meckerten.
Gerne hätte ich euch schwärmend von diesem Erlebnis berichtet und das Hotel verlinkt.
Aber in diesem Fall leider nicht möglich.

Ach und den Schirm waren wir auch los.

Kommentare:

  1. OJEEEE ihr ARMEN,,,
    mei des glab i das eich do so manches mol der ÄRGER im HALSE stecken blieben is...
    aber auf der einen SEITE,,,,,host mi zum lachen bracht,,,gggg
    is ja ah scho wos oder...????

    ERHOLTS eich dahoam guat,,,,,okeeee

    bis bald de BIRGIT

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  2. Ohhhh.... ich bin verliebt in deinen Header ♥ Den Rest konnte ich gar nicht richtig genießen, weil ich immer wieder nach oben gescrollt habe :-)
    Lieben Gruß
    Birgit

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  3. Ohhhh.... ich bin verliebt in deinen Header ♥ Den Rest konnte ich gar nicht richtig genießen, weil ich immer wieder nach oben gescrollt habe :-)
    Lieben Gruß
    Birgit

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  4. Beim lesen des Posts musst ich oft schmunzeln. Das hört sich ja wirklich nach verstehen Sie Spaß an. Ach du meine Güte, wie Gäste zweiter Klasse. Das sollte in so einem Hotel aber wirklich nicht der Fall sein. Deine Bilder sehen ja eigentlich vielversprechend aus. Na ja wie sagt man so schön außen hui innen pfui... Oder mehr Schein als sein. Ich hoffe ihr habt es mit Humor genommen und wenigstens etwas daran genossen.
    Liebe Grüße
    Silke

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