Sonntag, 10. Januar 2016

Kinder im Haushalt einbinden.

Ich bin Mutter von 3 eigenen Kindern und hatte 17 Pflege- und Tageskinder.

Ich würde dieses Thema in 2 Kategorien unterteilen.
Kleinkindphase und Teenie Phase



1. Kategorie: Kleinkindphase

Im Blog habe ich oft das Buch "Einfach besser, besser einfach" empfohlen. Ich konnte viele Ideen davon umsetzen. Das gibt es auch in der Baby Variante. Das hat mir in dieser Zeit sehr geholfen.

Bevor ich zu den Tipps komme, wieder ein paar Grundsätze.
Ich bin für die Kinder daheim geblieben. Somit hatte ich Zeit und gute Nerven. Habe drei Kinder in drei Jahren bekommen und somit eine kurze Mutterschaftsphase gehabt, dafür ausgekostet. Durch die Altersnähe zueinander hatte ich nie die Phase: Mama spielst du mit mir? Sie hatten sich bis heute gegenseitig. Als der Jüngste 3 war, fing ich als Geringfügig Beschäftigte wieder an. Ich war Anfang 20 als die Kids kamen, da sieht man viele Dinge lockerer  und leichter als mit Mitte 30.....

1. Tipp: Belohnung
Ich hatte als die Kinder noch klein waren (2-3 Jahre) angefangen mit dem Sternchen Prinzip. Für eine eingeräumte Spielzeug Kiste 1 Stern, Bett aufräumen 1 Stern, Schuhe aufräumen....., alles was in diesem Alter schon machbar ist, eine Liste mit ähnlichem Design, wie ein Stundenplan erstellt. ca. 6-7 Sterne pro Woche. Wer am Ende der Woche die meisten Sternchen hatte durfte sich als erstes für jeden Stern etwas aus der Süßigkeiten Kiste aussuchen. Max. hatten sie so 6 Sterne und für jeden Tag eine Süßigkeit.
Ich habe oft die Kinder mit eingebzogen. Z.B. die Terrassenfenster mit Glasreiniger eingesprüht und sie druften mit Cewa sauber machen. Immerhin haben sie dran rumgeschnuddelt. Sehr schnell haben sie gelernt, nicht rumschnuddeln, nicht putzen zu müssen.

Als sie Älter wurden 4-6 Jahre gab es pro Stern 10 Cent. Max 10Sterne pro Woche und schon hatten sie 1€ verdient. Das war der Anfang vom Taschengeld. Mir war es wichtig, das sie schon früh lernen, etwas für ihr Geld zu tun und nur so zu etwas kommen.

2. Tipp: Nur eine Spielzeug Art pro Zimmer
In der Kinderzimmern gab es meist nur eine Spielzeugart. Der Rest wurde auf dem Dachboden Zwischengelagert.
Ein Zimmer mit Playmobil, eins mit Lego, eins mit Kaufladen.... war irgendetwas nicht mehr interessant, durften die Kinder sich wünschen, was an der Stelle vom Dachboden haben durften.
Playmobil hoch, Puppenspielzeug runter, Lego/Duplo weg, Autos mit Parkhaus runter, Kaufladen hoch, Puppenhaus runter, Barbie....so gab es immer nur ein Thema im Zimmer zum aufräumen und deutlich weniger Chaos, außerdem führte dieses System dazu das viel schneller aufgeräumt war. Wenn man 5 Spielzeugarten in diverse Kisten sortieren muss, dauert alles deutlich länger. Außerdem kommen die Sachen mit der Zeit durcheinander und müssen von Zeit zu Zeit mühsam wieder auseinander sortiert werden.
Das gleiche Prinzip galt auch für das Wohnzimmer.

Einen tollen Bericht dazu findet ihr hier klick Er drückt alles aus, was ich seit Jahren schon sage.

3.Tipp: Konsequenzen
Unsere Kinder mussten ihre Zimmer von klein auf aufräumen, wenn Besuch kam oder generell einmal wöchentlich. Alles was zum ausgemachten Zeitpunkt nicht aufgeräumt war, kam in die Mülltüte und auf den Dachboden hoch. Grundordnung habe ich nach dem 15 min Prinzip eingeführt.

4. Tipp: Grundordnungssystem
Die Spielzeuge waren nach Themen in durchsichtige Kisten die Stapelbar waren sortiert.
Für Dinge wie Spiele, Bücher, Malzeug.... hatte ich im Flur einen Schrank für alle. Wollten sie eine neues Spiel haben, nur wenn das alte aufgeräumt war. Ich erlebe oft, das die Kinder in ihrem Spielzeug ersticken und sich langweilen. Weniger ist mehr..... Viele Spiele und Bücher kann man in der Bücherei ausleihen. Wer schon Große Kinder hat, wie schnell sie aus allem herausgewachsen sind. Wie schnell auch das Interesse an gewissen Dingen verfliegt. Wir haben unseren Kinder von Klein auf beigebracht, sich statt Spielzeug lieber Events/Ausflüge/Unternehmungen zu wünschen.
Ich bin mit den Kids auf Flohmärkte und habe dort das Spielzeug verkauft, wenn sie etwas neues wollten.



Weniger ist mehr auch bei den Farben. Oft bekomme ich schon Herzrasen, wenn ich Kinderzimmer nur mal optisch betrachte. 1000 von Farben und Dinge. Kein Wunder das Kinder Hyperaktiv sind, schlecht einschlafen. Informiere dich welche Farben beruhigend wirken. Arbeite mit den Möbeln und Ordnungskisten in einem Farbsystem. Das beruhigt deine Kinder sehr!


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2. Kategorie

Seit die Kinder älter sind ab 10 Jahren gibt es den Familienrat. Anfangs 1mal Monatlich trafen wir uns zu einem ausgemachten Zeitpunkt zur Lage Besprechung. Hier kann jeder sagen, was ihm stinkt und es wird nach Lösungen gesucht. Genauso auch wir Eltern. Es ist klasse auf was für Lösungsideen die Kinder dabei selber kommen. Außerdem dürfen sich hier die Kids immer wünschen, was für Unternehmungen wir in nächster Zeit machen könnten. Das hat für deutlich weniger Streit untereinander und allgemeine Zufriedenheit gesorgt. Oft hab ich mir schon vorab Notizen gemacht, was besprochen werden musste. So haben wir auch Familienregeln für uns entwickelt.

1. Tipp Belohnung
Jedes Jahr wird das Taschengeld/Wlan Zeit erhöht, wenn die Aufgaben erfüllt wurden. Ansonsten nicht. Da wir jemand sehr fleißiges haben auf freiwilligen Basis, gab es dafür ein Zusatz Taschengeld, je nach Zeit Aufwand. Sonderaufgaben wie Auto putzen, Garage aufräumen, Gartenarbeit oder Holz stapeln werden auch wieder extra belohnt. Das machen wir oft als ganze Familie und als Dankeschön gehen wir danach dann gemeinsam shoppen. Gemeinsam geht alles schneller und einfacher.

2. Tipp Einbinden
Mit der Zeit bekamen die Kinder Aufgaben.
Unser Sohn wurde für Feuer machen und Holz herholen beauftragt. Wir hatten nie Probleme mit zündeln, da er es in den Wintermonaten täglich erledigen musste und so keine Lust mehr auf Feuer hatte. Außerdem ist er für den Bio Müll zuständig.
Die Mädels müssen die Wäsche einräumen und Mülleimer sortieren und leeren, Spülmaschine ausräumen, Tischdecken.....
Jeder muss seine eigenen Sachen im Flur  und von der Treppe wegräumen und schon ist alles weg.

3. Tipp Konsequenz
Heute gibt es mal Taschengeldentzug oder Wlan Entzug, wenn Aufgaben nicht erfüllt werden. Oder wenn keine Ordnung herrscht, werden sie nicht irgendwo hingefahren oder darf der Besuch eben nicht kommen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell manchmal ein Zimmer aufgeräumt sein kann.




4. Tipp Grundordnung
Mit den Jahren habe ich den Kids mal richtig gezeigt wie man ein Zimmer abstaubt, das Badezimmer putz. Das war so ab 10 Jahren möglich. Seitdem übernehmen sie es selbstständig.
Anfangs hatten wir das System, das sie zu dritt das Bad putzen mussten. Das führte aber oft zu Konflikten, weil einer alles macht und andere nichts oder nur schlampig. In einem Familienrat kamen wir dann auf folgenden Idee:
Heute haben wir einen Jahresplan. Immer Samstags muss einer nun das Bad alleine putzen dafür mit allem. Die anderen haben dann 2 Wochen Pause. Ist derjenige nicht da, macht er es schon vorab oder tauscht. Dieses Prinzip wird nun erfolgreich umgesetzt.
Um Ordnung zu halten, sollte es für alles einen festen Platz geben. (Schuhe/Jacken)

5. Tipp Familienregeln
Aufgrund von auftauchenden Problemen haben wir Familienregeln aufgestellt.
z.B: das ab einer bestimmten Uhrzeit Ruhe im Haus ist, weil andere Familienmitglieder schlafen wollen.
Das nach dem Essen jeder sein Geschirr in die Küche trägt.
Das wenn man die Treppe hochgeht, alles mit hoch nimmt, was da rum liegt und in die Zimmer der anderen legt.

Denkt dran jede Phase geht rum. Und bevor hier das Gefühl aufkommt hier sei alles perfekt: Es gab Tränen, Geschrei, Kämpfe und viel Chaos... alles durch lebt.

Grundsätzlich hat mir bei allem auch hier ein Buch/Blog geholfen alles etwas gelassener zu sehen.
Sollte dein Kind morgen gestorben sein, wie gerne würdest du jeden Tag seine Schuhe aufräumen, sein Spielzug wegräumen.... Inzwischen kenne ich einige Familien, die ein Kind zu Grabe tragen mussten.
Das hat meine Sicht zu den Dingen geändert. Statt rumzuschreien, einfach kurz die Sachen selbst in die Hand zu nehmen und das entsprechende Kind zu segnen. Oft sind die Schuhe schneller weggeräumt, als das ich fünfmal hoch geschrien habe....
Ihr könnt euch nicht vorstellen, was seit dem für eine Ruhe eingekehrt ist.


Fotoquellen: Pinterest

Kommentare:

  1. Liebe Debby, ich habe mit großem Interesse Deinen Post gelesen. Das Thema ist natürlich in unserer Familie aktuell. Es hat mir gut getan, dass Du noch geschrieben hat, dass auch bei Euch Tränen, Geschrei, Kämpfe und viel Chaos gab... Da merke ich, genau das hindert mich, konsequent zu bleiben... ich wähle den bequemeren Weg des kleineren Widerstandes bis alles so ausartet, dass ich das wiederum nicht ertragen kann und explodiere. Keine gute Vorgehensweise.... Ich wurde auch nachdenklich, als ich gelesen habe, dass Du manchmal die Schuhe wegräumst und gleichzeitig das Kind segnest. Ich weise auf die Schuhe hin, und noch mal erinnere ich und dann schreie rum :-( Tja... bei wirklich kleinen Dingen wie Schuhe könnte ich wirklich mehr Gelassenheit an den Tag bringen ;-) Danke für Deine Tipps! Karo

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  2. Kenne ich sehr gut. Kämpfe täglich damit. Man bedenke, das Geschrei kam meist von mir, weil beim 5 mal immer noch die Sachen rumlagen. Es kostet wesentlich weniger Energie es kurz selbst zu erledigen. Man muss Motivation Phasen nutzen, um es zu ändern... das rumschreien hat mich gestresst und den Rest auch. Gebracht hat es nichts..... Lg Debby

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  3. Liebe Debby!
    Wir binden unsere Kinder auch in den Haushalt mit ein. Meine Tochter ist für das Ausräumen des Geschirrspülers zuständig, mein Sohn für den Müll. Im Sommer gibt es dann natürlich auch noch weitere Aufgaben wie Auto polieren oder Ähnliches, was ihnen Spaß mit.
    Gruß, Netti

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  4. Liebe Debby,
    wow, ich habe diesen Post verschlungen, ich wünschte ich hätte ihn schon früher gelesen, ganz langsam komme ich auch auf den Trichter mit der Ordnung, Du bist aber auch wirklich erprobt.
    Ich glaub, Du hast da total Recht, ich habe mir sofort ein paar Tipps aufgeschrieben.
    Danke dur diesen Post
    Taty

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  5. Ich kann nur sagen WOW, das ist ein toller Blg. Ich arbeite mich gerade durch alle Seiten und Tipps. Sieht so aus, als müsste ich einiges an meiner Erziehung und Haushaltsführung überarbeiten. Vielen lieben Dank.
    Elke

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